Branchen-News2025-07-28T14:52:06+02:00

Branchen-News
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Umsatzbarometer 03

Der März 2026 zeigt ein leicht verbessertes, aber weiterhin verhaltenes Bild. Viele Häuser berichten von einer spürbaren Belebung im Vergleich zu Januar und Februar, dennoch blieb der Monat insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Die Kundenfrequenz entwickelte sich zwar stellenweise besser, war aber weiterhin nicht konstant genug, um nachhaltig für stabile Umsätze zu sorgen.

Das Kaufverhalten bleibt geprägt von Zurückhaltung und bewussten Entscheidungen. Spontankäufe sind selten, stattdessen dominieren gezielte Bedarfskäufe. Preisbewusstsein spielt weiterhin eine Rolle, wobei bei größeren Cups und passformkritischen Produkten Qualität und Sitz stärker gewichtet werden. Standardfarben laufen deutlich besser als modische Varianten, reduzierte Ware bleibt gefragt.

Wichtiger Impulsgeber im März war die früh einsetzende Nachfrage nach Bademode bedingt durch Osterreisen und Fernurlaube. Besonders große Cup-Größen entwickelten sich positiv. In mehreren Fällen konnten schwächere Dessous-Umsätze durch Bademode kompensiert werden. Gleichzeitig wird auf verzögerte Lieferungen einzelner Serien hingewiesen, die Potenzial gebremst haben. Auch Aktionen, Events und gezielte Werbemaßnahmen trugen punktuell zur Umsatzsteigerung bei.

Auffällig ist ein zweigeteilter Monatsverlauf: Nach einem schwächeren Start gewann der März vor allem in der zweiten Hälfte an Dynamik, bevor es regional wieder zu ruhigeren Phasen kam. Wetter und saisonale Effekte hatten einen spürbaren Einfluss auf die Frequenz. Gleichzeitig bleibt die allgemeine wirtschaftliche und politische Unsicherheit ein belastender Faktor für die Konsumlaune.

(Erhebungszeitraum für den Monat März: 07.-14.04.2026; Teilnehmende: mehr als 50 Fachgeschäfte sowie Abteilungen der Textilhäuser*)

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Wie werden Sie den Umsatz des Monats März 2026 im Vergleich zum März 2025 abschließen?

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Welches Segment hat sich im März 2026 am besten verkauft?
(Mehrfachnennungen möglich)

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Welche Marke des Segments Dessous/Lingerie-Sets/Wäsche hat sich im März am besten verkauft?
(Mehrfachnennungen möglich)

Primadonna  49 %
Anita since 1886, Marie Jo (jeweils) 47 %
Empreinte, Mey (jeweils) 21 %
Rosa Faia 19 %
Chantelle 13 %

Außerdem wurden genannt (in alphabetischer Reihenfolge): Aubade, Change, Elomi, Fantasie, Lascana, Körbchen Wien, Lisca, Lise Charmel, Nina von C, Passionata, Sassa, Simone Pérèle, Speidel, Susa, Triumph, Ulla, Wacoal

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Welche Marke des Segments Night- & Loungewear hat sich im März am besten verkauft?
(Mehrfachnennungen möglich)

Mey 30 %
Calida 25 %
Ringella 23 %
Rösch 19 %
Short Stories 13 %

Außerdem wurden genannt (in alphabetischer Reihenfolge): Ammann, Antigel, Aruelle, CCDK, Comtessa, Cyberjammies, Eva Bitzer, Féraud, Fürstenberg, Hanro, In Linea, Joop!, Juvia, Klaudia Kleinert Berlin, Lascana, Lisca, Louis & Louisa, Myjama, Nina von C, Novila, Pastunette, Pip Studio, Pluto, Rebelle, Schiesser, Triumph, Vamp, Yellamaris, Weiss

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Welche Marke des Segments Beach- & Swimwear hat sich im März am besten verkauft?
(Mehrfachnennungen möglich)

Primadonna 43 %
Anita since 1886 32 %
Marie Jo 26 %
Charmline 19 %
Lascana, Lidea (jeweils) 13 %

Außerdem wurden genannt (in alphabetischer Reihenfolge): Antigel, Beachlife, Calao, Chantelle, Cyell, Dnud, Empreinte, Fantasie, Fashy, Freya, Fürstenberg, Maryan Mehlhorn, Mymarini, Naturana, Olivia, Olympia, Pain de Sucre, Paula, Rosa Faia, Rösch, Sea Level, Sassa, Schiesser, Sunflair, Triumph, Ulla, Watercult

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SOUS sagt Danke für die zahlreichen Einsendungen!

*Folgende Fachgeschäfte sowie Abteilungen der Textilhäuser und Konzerne haben sich an der Umfrage beteiligt (in alphabetischer Reihenfolge):
Aleganto, Monheim/Rhein • Anziehend by Sabrina, Wöllstein • Apro-Po …, Kulmbach • Baeumcher, Wiesbaden • Barbara Dessous und mehr, Freiburg • Bella Donna Passformstudio, Müllheim • Body & Beach Elke Weiß, Höchst • Body & Beach Elke Weiß, Michelstadt • Braun, Lange • Der Wäscheladen, Bad Saulgau • Dessous & Du, Roth • Dessous-Wäsche-Bademoden Inge Tschetschel, Bischofsheim • Dessous von Bous, Bad Homburg • Dessousteria, Hamburg • En Vogue, Singen • Ernst Stackmann, Buxtehude • Exclusive Dessous Gross-Schmahl, Mainz • Feine Wäsche Jacobs, Berlin • Ganzbeck Vis à Vis, Neuötting • Gewandhaus Hugo Gruber, Erding • Götte Damenwäsche und Bademoden, Fulda • Hautnah Bodyware & more, Markt Indersdorf • Hautnah Dessous, Markt Indersdorf • Heinrich Petzhold, Münster • Holzberg Dessous & Mehr, Goslar • Höptner Lingerie Styling & Meer, Kirchheim/Teck • Hoyer Moden, Hamburg • Inges Badelädele, Reichenau • Josefa Feine Wäsche für Sie und Ihn, Landsberg/Lech • Kölner Wäschehaus, Köln • Königs Bodywear, Essen • Kurvenzauber Wäsche & Bademode, Garmisch-Partenkirchen • La Donna, Ramstein • Lady M, Berlin • Lingerie Deluxe by Dorota Büchler, Schweich • Lingerie Leptig, Freiburg • Maren Christine Dessous, Hamburg • Mathias Frey, Cham • Mei.Moments, Seebach • Miederwaren Monika Fröhlich, Willich • My Passion, Ostseebad Heringsdorf • Nusser Wäsche & Meer, Ulm • Pech Shoppingwelt, Bad Neustadt/Saale • Sie Dessous & mehr, Buxtehude • SIG feine Wäsche für Sie & Ihn, Bad Driburg • Sylvia A. Boehm Dessous und Mode zum Wohlfühlen, Germersheim • Tanja Kösters Lingerie, Stadtlohn • Torkuhl, Lübeck • Venus-Moden, Lüneburg • Wäsche & mehr Lydia von Westernhagen, Duderstadt • Wäschegalerie Heinemann, Trier • Wäscheline by Seidel, Wolfenbüttel • Wäschetraum, Kulmbach • Wäschetruhe Montermann, Feldkirchen-Westerham

[Foto Startseite: © Wrangler / Shutterstock]

21. April, 2026|Blog|

Jubiläums-Collab

Der Shootingstar der belgischen Modeszene Julie Kegels und eines der kultigsten Dessous-Designs haben sich erneut gefunden. Zum 30. Geburtstag des Blümchen-BHs Avero haben Marie Jo und die Modedesignerin ihre Partnerschaft mit einem exklusiven Meisterstück vertieft: Julies Signature-Poloshirt in einer Neuinterpretation aus dem ikonischen Karostoff von Marie Jo.

Neues gewagtes Design
Nachdem Julie Kegels ihr Studium an der Royal Academy of Fine Arts in Antwerpen abgeschlossen hatte, perfektionierte sie ihre Kunst zunächst bei Alaïa und Meryl Rogge, bevor sie 2024 schließlich unter eigenem Namen ihr Label gründete. Nur drei Kollektionen später galt sie als eines der größten Talente der Pariser Fashion Week, bekannt für Designs, die modernen Stil mit Esprit, Emotion und umfassendem Verständnis dessen kombinieren, was echte Frauen tragen wollen.

Eine stetig wachsende Partnerschaft
Die erste Zusammenarbeit von Marie Jo und Julie Kegels datiert aus dem Jahr 2025, als sich Julie für ihre Show auf der Pariser Fashion Week für den Karostoff von Avero entschied. Nun wird diese Collab auf ein neues Niveau gebracht: mit einem Poloshirt in drei Farben (Fleur de Printemps, Pink und Dark Blue), das zu gleichen Teilen Julie Kegels und Avero ausstrahlt. Eine echte Co-Creation, die bewährtes Dessous-Design mit einzigartiger High-Fashion-Ästhetik vereint. Das Poloshirt ist in den Größen XS bis L für 149 Euro erhältlich.

21. April, 2026|Blog|

2 Marken, 1 Capsule

Die im Dezember angekündigte Kooperation zwischen Yamamay und Guess mündet in einer gemeinsamen Capsule Collection für F/S 2026. Die Linie umfasst Damen- sowie Herrenmodelle und wird in zwei Drops eingeführt: Während der Spring-Drop Lingerie, Underwear und Sleepwear abdeckt, fokussiert sich der Summer-Drop auf Beachwear inklusive Accessoires.
Das Leitmotiv der Kollektion ist der Animal Print, der als verbindendes Designelement in unterschiedlichen Interpretationen sowohl im Wäsche- als auch im Bademodenbereich eingesetzt wird.
Der Verkaufsstart des Spring-Drops erfolgt zunächst exklusiv über Yamamay-Stores sowie die Onlineshops beider Marken. Begleitet wird die Einführung von einer gemeinsamen Kampagne unter der kreativen Leitung von Paul Marciano, fotografiert von Josh Ryan.

Strategische Ausrichtung
Mit der Zusammenarbeit verfolgt Yamamay seine Strategie internationaler Markenkooperationen weiter. Ziel ist es, durch die Verbindung zweier klar positionierter Markenwelten neue Impulse im Sortiment zu setzen. Die Kollektion kombiniert italienische Designhandschrift mit dem kalifornischen Lifestyle von Guess und positioniert sich entsprechend international.

Produktübersicht Damen
Im Damenbereich zieht sich der Animal Print als zentrales Gestaltungselement durch alle Produktgruppen.

Underwear
Zwei Linien prägen das Angebot: Eine feminin-romantische Range mit Spitze, Tüll und Satindetails (u. a. Balconette, Push-up, Bodysuits, Brazilian Slips, Strings); eine reduzierte Everyday-Linie aus ultraleichten Materialien mit Second-Skin-Effekt, verarbeitet mit Bonding-Technologie und Laser-Cut-Abschlüssen.

Lingerie & Nachtwäsche
Ergänzt wird das Angebot durch Sets und Nightwear aus nachhaltigen Materialien wie Lenzing Ecovero und Tencel Modal. Die Teile sind auf Mix-and-Match ausgelegt und kombinieren Komfort mit.

Beachwear
Die Bademodenlinie setzt auf recycelte Funktionsmaterialien und bietet eine breite Auswahl an Bikini- und Badeanzugformen. Farblich dominieren Animal Print in Kombination mit Schwarz oder Rot. Logo-Details sowie goldfarbene Kettenelemente unterstreichen den modischen Anspruch. Ergänzt wird das Segment durch Kaftane, Strandtücher und Accessoires.

Produktübersicht Herren
Im Herrenbereich umfasst die Kollektion: Underwear aus Stretch-Baumwolle (Boxer Briefs mit Co-Branding), Beachwear aus recycelten technischen Materialien mit Print-Varianten und sportiven Basic-Modellen sowie ergänzende T-Shirts aus Supima-Baumwolle und koordinierte Accessoires
Ein Teil der Produkte ist in Nachhaltigkeitsinitiativen wie Better Cotton integriert.

Die Capsule adressiert ein breites, international ausgerichtetes Publikum und verbindet modische Signature-Elemente beider Marken mit funktionalen und zunehmend nachhaltigen Materialien. Die klare Drop-Struktur ermöglicht eine gezielte saisonale Vermarktung über mehrere Produktkategorien hinweg.

21. April, 2026|Blog|

Comfort Revolution

Komfort ist kein Trend. Komfort ist Power. Naturana setzt 2026 die Comfort Revolution fort und macht aus der 2025 gestarteten Kampagne eine Bewegung mit echter Nähe zur Community, klarer Haltung und einem Hero-Launch, der zeigt, wie modern Komfort heute aussieht.
Die Comfort Revolution trifft einen Nerv, weil sie Komfort nicht als Basic behandelt, sondern als gesellschaftliches Statement. 2026 bringt Naturana diese Haltung wieder in eine Tour, die echte Begegnungen schafft und das Thema Support neu erzählt.

Emotional, kraftvoll und nah an realen Körpern
Die Visuals der Kampagne sind KI-generiert. Der Komfort ist real – von Frauen getestet, von Menschen freigegeben. Im Mittelpunkt der Revolution stehen die Side Smoother. 2017 zum 100-jährigen Jubiläum gelauncht, ist er heut e der Bestseller und Signature-Bra von Naturana.
Der Side Smoother steht für extrahohe Smoothing Wings, die Seiten glätten und alles clean halten, unter jedem Look. Wireless, nahtlos, soft. Komfort ist gesetzt. Halt auch.
Mit dem neuen Side Smoother Light entwickelt Naturana den Side Smoother weiter. Der Bestseller wird zum Fashion Statement, mit tiefem Triangel-Ausschnitt, der sich easy stylen lässt. Auch ab 70A, für schmalere Körperformen.

Comfort Revolution Tour 2026
Mit dem Comfort Square geht die Revolution dorthin, wo Frauen sich vernetzen, wachsen und ihre Stimme nutzen. Unser Kiosk lädt zu Begegnung, Produkterlebnis und BH-Fitting ein. Redaktionen sind eingeladen, die Tour journalistisch zu begleiten, vor Ort zu berichten, persönliche Statements und den Komfort-Diskurs 2026 mitzuprägen:

28.05.2026 Emotion Womens Day Hamburg, CCH
22.10.2026 Female Future Festival Wien

21. April, 2026|Blog|

Shape neu definiert

Mit Primadonna Solutions geht Primadonna den nächsten Schritt als Intimates-Marke: eine neue Generation von Shapewear mit smarten Lösungen, die sich mühelos mitbewegen. Entwickelt von und für Frauen – mit der Passform, dem Komfort und der Qualität, die man von dem Label kennt.

Die Kollektion bietet Produkte, die schmeichelnd sind, komfortabel und perfekt abgestimmt auf den Effekt, den sich Frauen in verschiedensten Lebenslagen wünschen. Die Serie ist technisch ausgefeilt und entwickelt für Frauen mit Cupgrößen von C bis H. Shapewear, die unterstützt, ohne dass man sich hineinzwängen muss.

Die erste Einführung innerhalb dieser Kategorie ist die Serie Nudda – mit Slips, einem Body und einer Minimizer-Bralette, die Komfort, Unterstützung und einen nahtlosen Look vereinen. Diese Markteinführung bildet den Auftakt von Primadonna Solutions, einem Segment, das in den kommenden Saisons mit neuen, innovativen Produkten weiter ausgebaut wird.
Die Serie ist das ganze Jahr über in sechs Styles und drei leicht kombinierbaren Farben erhältlich: einem hellen Neutralton, einem dunklen Neutralton und Schwarz.

Primadonna Solutions steht für:

  • fortschrittliches Shaping in drei Kompressionsstufen: light, medium und strong – ohne einzuengen.
  • 3D-gestricktes Material mit cleveren Formzonen (Unterstützung dort, wo man sie braucht, Elastizität und Weichheit dort, wo es möglich ist).
  • inklusive, flexible Größenführung. Kein S bis L oder One-Size-Fits-Most, sondern Passformen, die wirklich sitzen.
  • echten Komfort durch glatte, weiche Materialien und Styles, die sich mühelos an- und ausziehen lassen.
  • die bekannte Primadonna-Qualität (europäisches Design mit einer Premiumpassform ohne Kompromisse).
13. April, 2026|Blog|

Unfaires Gesetz

Was Umweltminister Schneider mit der Vorstellung seiner Eckpunkte zur erweiterten Herstellerverantwortung vorgelegt hat, ist aus Sicht des Gesamtverbandes kein Textilgesetz, sondern ein Anti-Textilgesetz. Das Papier bleibt nach Ansicht des Verbandes weit hinter den politischen Ankündigungen zurück, belastet deutsche Hersteller unfair und öffnet neue Bürokratie-Schleusen – ohne die dringend notwendige Kreislaufwirtschaft voranzubringen.

Fast Fashion bleibt unbehelligt
Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, der rund 1400 zumeist mittelständische Unternehmen mit über 120 000 Beschäftigten vertritt: „Was hier als Textilgesetz verkauft wird, ist ein großer Bluff zu Lasten des Mittelstands und der Verbraucher. Es handelt sich nicht im Ansatz um ein Anti-Fast-Fashion- Gesetz. Die eigentlichen Ursachen der Probleme – wie etwa ungebremste Ultra-Fast-Fashion aus dem Ausland – werden nicht im Ansatz adressiert.“
Die Eckpunkte benennen zwar die „Verwerfungen auf dem Alttextilmarkt“, die vor allem durch große Importmengen minderwertiger Billigware verursacht werden. Konsequenzen folgen daraus jedoch nicht. Stattdessen droht deutschen Herstellern, künftig auch für Abfälle zu zahlen, die durch Importe entstehen und sich in Deutschland kaum kontrollieren lassen. Uwe Mazura: „Wir riskieren, dass solide Mittelständler die Alttextilien der globalen Billigplattformen mitfinanzieren müssen. Das ist schlicht unfair und geschäftsschädigend in einer Wirtschaftskrise, in der deutsche Textilhersteller und Modemarken extrem unter Druck stehen und um ihre Existenz kämpfen. Wir erleben erneut eine Bundesregierung, die offensichtlich den Ernst der wirtschaftlichen Lage vollständig ignoriert.

Industrie soll zahlen – aber nicht mitgestalten
Der Gesamtverband lehnt die vorgesehene Rolle der Industrie entschieden ab. Hersteller sollen zu reinen Zahlstellen werden, ohne Einfluss auf Organisation, Steuerung oder fachliche Weiterentwicklung eines künftigen Systems. Uwe Mazura: „Unsere Unternehmen investieren seit Jahren in Langlebigkeit, Qualität und nachhaltige Materialien. Diese Anstrengungen werden vollständig ignoriert. Das Konzept sieht nur vor, dass wir zahlen – aber nicht mitgestalten können. So werden wir in Sachen textiler Kreislaufwirtschaft nicht vorankommen.“

Intransparente Kosten
Besonders kritisch sieht der Verband die völlige Intransparenz der geplanten System- und Entsorgungskosten. Wie Entsorgungskosten berechnet oder wie hoch die Belastungen für Unternehmen letztlich ausfallen sollen, bleibt vollständig offen. Uwe Mazura: „Ein Gesetz, das Milliarden kosten kann, ohne die Kosten zu beziffern, wäre in jedem anderen Politikbereich undenkbar. Von der Wirtschaft zu verlangen, einfach zu zahlen, ohne jede Berechnungsgrundlage, ist verantwortungslos.“ Dazu kommt, dass trotz gegenteiliger Ankündigung das Konzept ein bürokratisches Konstrukt aus neuen Stellen, Stiftungen, Aufsichtsstrukturen und Kommunikationsinstanzen vorsieht. „Das Konzept erschafft eine Verwaltungsmatrix, die niemand mehr durchschaut und enorme Kosten verursacht. Für den Klimaschutz bringt das nichts – für die Bürokratie sehr viel“, kritisiert Mazura.

Keine Lösung für bestehende Sammelsysteme
Auch beim Thema Textilsammlung sieht der Verband keinerlei Fortschritt. Überfüllte Container, fehlende Sortierung von Recyclingrohstoffen und unklare Stoffströme bleiben ungelöst. Stattdessen soll das ineffiziente bestehende System fortgeführt und durch Hersteller finanziert werden – selbst dort, wo noch gewinnbringender Verkauf möglich ist. Mazura: „Das bestehende, ineffiziente System wird konserviert und nun auch noch von den Herstellern subventioniert. Das ist das Gegenteil von Kreislaufwirtschaft.“

Expertise der Industrie ignoriert
Die deutsche Textilindustrie ist in der Lage, hochwertige Rezyklate einzusetzen und geschlossene Kreisläufe aufzubauen. Doch diese Expertise wird im Eckpunktepapier nicht berücksichtigt. „Wir kennen unsere Produkte, wir kennen die Fasern, wir kennen die Recyclinganforderungen. Aber das Ministerium weigert sich, dieses Wissen einzubeziehen. So entsteht ein reines Abfallsystem, kein Kreislaufsystem“, so Mazura. „Das enttäuscht, zumal die Industrie ihre Expertise wiederholt eingebracht und angeboten hat.

Zusätzliche Kosten für Verbraucher
Auch Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auf höhere Preise einstellen, da Hersteller die Kosten zwangsläufig weitergeben müssen. „Am Ende zahlen die Verbraucherinnen und Verbraucher für die Fehler globaler Ultra-Fast-Fashion-Konzerne mit – und die Müllberge in Ghana oder der Atacama Wüste werden trotzdem nicht kleiner. Dieses Eckpunktepapier löst kein einziges reales Problem“, warnt der Verband.

[Foto Startseite: © Krievietka/Shutterstock.com]

13. April, 2026|Blog|
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